IM RAHMEN DES „INTERNATIONALEN TAGES DER DEMOKRATIE“
Hamburger Tage der Demokratie 2026
vom von 9. bis 17. September 2026 in Hamburg
Die Wahlerfolge rechtsradikaler Parteien und die damit verbundene Verschiebung gesellschaftlicher Debatten nach Rechtsaußen gefährden den demokratischen Zusammenhalt, schwächen die Kultur demokratischer Verständigung und tragen zu einer Erosion demokratischer Werte bei.
Unter der Überschrift „Gemeinsam für Demokratie“ laden wir Sie rund um den 15. September, dem Internationalen Tag der Demokratie, zu unserem vielfältigen Veranstaltungsangebot ein.
Denn ein demokratisches Gemeinwesen lebt von Bürger*innen, die für eine demokratische Debattenkultur eintreten und demokratische Institutionen gegen autoritäre und antidemokratische Angriffe verteidigen und die sich der Verbreitung von Hassrede und Desinformation entgegenstellen.
„Wir“, das sind verschiedene Hamburger politische Bildungseinrichtungen. Lernen Sie mit den von uns organisierten „Tagen der Demokratie“ die Vielfalt der politischen Bildung in Hamburg kennen und lassen Sie sich inspirieren.
Dafür bieten wir Ihnen ein abwechslungsreiches Programm: Von thematischen Stadtrundgängen über Vorträge bis hin zu Podiumsdiskussionen – hier finden Sie zahlreiche Gelegenheiten, sich zu den unterschiedlichsten Themen zu informieren, Meinungen zu hinterfragen, mitzudiskutieren und in den Dialog zu treten. Den Auftakt bildet eine gemeinsame Veranstaltung am 09.09.26, bei der alle Veranstalter*innen beteiligt sind.
„Die Demokratie ist nur so stark wie die Menschen, die sich für sie einsetzen.“
In diesem Sinne möchten wir Sie ermutigen, sich aktiv einzubringen und mit uns gemeinsam die Demokratie zu leben und weiterzuentwickeln. Denn Demokratie lebt vom Mitmachen von uns allen und eine Voraussetzung dafür ist, gut und ausgewogen informiert zu sein.
Wie bleibt eine demokratische Gesellschaft auch in Krisenzeiten handlungsfähig? Was stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt, wenn Polarisierung zunimmt? Und welche Rolle spielen Kunst, Aktivismus, Journalismus und zivilgesellschaftliches Engagement dabei? Wie können wir selbst aktiv werden?
In dieser Podiumsdiskussion diskutieren Vertreter*innen aus Aktivismus, Kunst und Zivilgesellschaft über Wege zu mehr Solidarität und demokratischer Teilhabe. Im Fokus stehen konkrete Beispiele, die zeigen, wie Engagement, kreative Interventionen und öffentliche Präsenz Gemeinschaft stiften und Resilienz fördern können – über politische Lager hinweg.
Im anschließenden Publikumsgespräch sind alle eingeladen, mitzudiskutieren und eigene Perspektiven einzubringen.
Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten und möchte Mut machen, demokratische Handlungsspielräume zu erkennen und aktiv mitzugestalten.
Podiumsgäste: Finna, Hamburger Rapperin und Aktivistin, Ruby Rebelde, Social-Justice Trainer*in, politische Erwachsenenbildner*in, Sexarbeiter*in und Bobbie Serrano, Künstler und Illustrator
Moderation: Antje Windler, Die neue Gesellschaft e.V., Geschäftsführerin
Datum
Mittwoch, 09.09.2026
Uhrzeit
18:00 - 20:00 Uhr
Treffpunkt
Stadtteilschule am Hafen - Standort St. Pauli, Bernhard-Nocht-Straße 5, 20359 Hamburg
Die Veranstalter*innen der „Hamburger Tage der Demokratie“
Kontakt
Do., 10.09.DISKUSSION
Die Spaltungen in unserer Gesellschaft werden immer größer, Diskussionen sind häufig schwarz / weiß und polarisiert. Eine Ursache für diese Symptome könnte ein Mangel an menschlicher Begegnung sein. Avraham Rosenblum lädt dazu ein, Hummus (das traditionelle Fast- und Comfort-Food des Mittelmeerraumes) zu probieren und miteinander ins Gespräch zu kommen. Mithilfe der “Zauberbindungsfreudenkraft” des Hummus merken wir vielleicht alle, dass wir uns insgesamt näher sind als fremd.
Wir bieten einen Ort an, wo Menschen sich hauptsächlich gedanklich begegnen können. Ein Raum der Begegnung, der Kommunikation, um sich auszutauschen, um Gemeinsamkeiten zu finden und sich zu verständigen.
Wir laden ein, sich an unseren Tisch zu setzen und mit uns leckeren und kostenlosen Hummus zu „speisen“. Damit das gut funktionieren kann gibt es einige Spielregeln und Menschen, die bei hitzigen oder stockenden Gesprächen unterstützen können.
Gefördert durch: Bundesprogramm Demokratie Leben, Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das Bezirksamt Hamburg-Mitte.
Wie Medien sie deuten – und warum Emotionen und Symbole das Demokratievertrauen beeinflussen
Do., 10.09.DISKUSSION
Warum wurde Olaf Scholz’ „ruhige Art“ in verschiedenen Phasen so unterschiedlich bewertet? Weshalb sind bei Annalena Baerbock oder Heidi Reichinnek emotionale Ansprache und der Umgang mit der eigenen Rolle besonders wichtig?
Politikstile beschreiben das „Wie“ des politischen Handelns: Auftreten, Rhetorik, Mediennutzung, Kleidung, Rollenbilder. Diese symbolische und emotionale Dimension ist zentral für politische Kommunikation und nicht zu verwechseln mit bloßer Symbolpolitik.
Die Studie analysiert, wie deutsche Leitmedien über die Politikstile der Spitzenkandidat*innen zur Bundestagswahl 2025 berichtet haben und welchen Einfluss das auf das Vertrauen in die Demokratie hat.
Wir schauen auch auf die Politikstile in Hamburg und bringen Politik, Journalismus und Wissenschaft miteinander ins Gespräch.
Mit Katharina Fegebank (Bündnis90/DIE GRÜNEN, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft), Dr. Ole Meinefeld (Leitung Grüne Akademie, Heinrich-Böll-Stiftung), Aryan Shooshtari (Universität Duisburg-Essen) und weiteren Gästen.
Datum
Donnerstag, 10.09.2026
Uhrzeit
18:00 Uhr
Treffpunkt
betahaus am Gänsemarkt
Gänsemarkt 43
20354 Hamburg
Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg e.V. in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung
Kontakt
Jörn Dobert
Ein sich verändernder Ortsteil zwischen Messegelände und (ehemaligem) Schlachthof
Fr., 11.09.RUNDGANG
Das Karolinenviertel wird begrenzt im Osten durch das Messegelände, im Süden durch das Heiligengeistfeld, im Westen durch den ehemaligen Schlachthof und im Norden durch die Eisenbahnlinie.
Erst nach Aufhebung der Torsperre (1860) entwickelte sich das außerhalb des Wallrings im Stadtteil St. Pauli (Nord) gelegene Wohn-und Gewerbegebiet rasch, was eine immer dichter werdende Bebauung mit komfortablen Wohnungen, aber auch sehr einfachen Terrassen- und Passagenhäusern, durchsetzt von Kleingewerbe und Mietfabriken zur Folge hatte. Im 2. Weltkrieg nur vergleichsweise wenig zerstört, war das Karoviertel doch jahrzehntelang als Erweiterungsgebiet des Messegeländes vom Abriss bedroht, ehe es Sanierungsgebiet wurde.
Auf dem Rundgang beschäftigen wir uns u. a. mit der Veränderung der Gnadenkirche, dem Baupolizeigesetz von 1882, der Israelitischen Töchterschule, der Namensgeberin der Flora-Neumann-Straße, dem Gassenkummerplatz, dem Schlachthof, den Stiftsgebäuden von Vorwerk und Laeisz, dem Schulgebäude, in dem Carl von Ossietzky lernte, sowie den Bedingungen, unter denen die ca. 4000 Einwohner*innen dieses Gebietes lebten und leben.
Verlässliche Information ist die Grundlage demokratischer Teilhabe, aber keine Selbstverständlichkeit. Wer nicht weiß, was stimmt, kann auch keine souveränen Entscheidungen treffen. Die Aufgabe von Journalismus ist es, Fakten zu sichern, einzuordnen und Orientierung zu geben – unabhängig, transparent, überprüfbar.
Doch diese Grundlage steht unter Druck. Lügen, Halbwahrheiten und gezielte Desinformation unterlaufen den politischen Diskurs. Gefühlte Wahrheiten, Empörung und Angst sind manchmal mehr wert als wissenschaftliche Erkenntnisse und fundiert recherchierte Fakten. Das lässt sich weltweit beobachten – von den USA, wo Desinformation längst zum Markenkern der Regierung gehört, bis nach Norddeutschland, wo dieses Jahr der Fall eines sterbenden Wals eine Empörungswelle auslöste und zum Politikum wurde.
Anna Marohn und Fabian Schwarzbauer, Journalist*innen beim NDR, beschäftigen sich in ihrem Vortrag mit der Frage, wie gefährlich Desinformation für die Demokratie wirklich ist, und was der öffentlich-rechtliche Rundfunk dagegensetzen kann. Anschließend diskutieren sie mit dem Publikum.
Datum
Freitag, 11.09.2026
Uhrzeit
18:00 - 20:30 Uhr
Treffpunkt
Kölibri
GWA St. Pauli e.V.
Hein-Köllisch-Platz 11
20359 Hamburg
Rundgang über den Joseph-Carlebach-Platz und durch die Strassen der näheren Umgebung
So., 13.09.RUNDGANG
Bis zu ihrer Zerstörung während der Reichspogromnacht im November 1938 und dem Abbruch 1939 befand sich direkt vor dem Abaton-Kino eine der größten Synagogen Deutschlands, die Bornplatzsynagoge. Zusammen mit der Talmud-Tora-Schule bildete sie das Zentrum jüdischen Lebens im Grindelviertel, in dem bis zu den Verfolgungen durch die Nationalsozialist*innen etwa die Hälfte der Hamburger Jüdinnen und Juden lebte und mit ihren Institutionen und Geschäften den Stadtteil prägte.
Es gab mehrere (und sehr unterschiedliche) Synagogen, Lernvereine, Kulturinstitutionen und Wohlfahrtseinrichtungen sowie einen Friedhof, die das jüdische Gemeindeleben lebendig hielten. Hinzuzuzählen sind die zahlreichen Geschäfte für den täglichen Bedarf und das religiöse Alltagsleben. All das wurde durch die nationalsozialistische Verfolgung brutal ausgelöscht. Wir werden auf den Spuren jüdischen Lebens, die sich teilweise bis heute erhalten haben, durch das Grindelviertel gehen.
Leitung: Cornelia Manikowsky
Datum
Sonntag, 13.09.2026
Uhrzeit
11:00 - 13:00 Uhr
Treffpunkt
Josef-Carlebach-Platz, vor den Tafeln zur Erinnerung an die Bornplatzsynagoge
„Der zweite Anschlag – eine Anklage der Betroffenen“, Filmvorführung & Zeitzeugengespräch
So., 13.09.FILM & GESPRÄCH
Die Veranstaltung thematisiert die Perspektiven von Opfern, Überlebenden, Angehörigen und Betroffenen rechter rassistischer und antisemitischer Gewalt in Deutschland. Er eröffnet Räume für eine kritische Auseinandersetzung mit Erinnerungspolitik, gesellschaftlichen Kontinuitäten, Empowerment und Demokratiestärkung. Die Erfahrungen der Betroffenen bilden den Ausgangspunkt für Bildung, Reflexion, Empowerment, Resilienz und Handlungsmöglichkeiten.
Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und der BürgerStiftung Hamburg über den Gemeinschaftsfonds „Demokratie stärken“.
Jedes Jahr werden in Nepal Tausende Frauen und Kinder Opfer von Menschenhandel, Ausbeutung und Gewalt. Inmitten dieser erschütternden Realität kämpft Anuradha Koirala seit Jahrzehnten unermüdlich gegen die moderne Sklaverei. Als Gründerin der Organisation Maiti Nepal hat die Frau, die heute weltweit als „Mutter Nepals“ bekannt ist, bereits über 50.000 Betroffenen den Weg in ein neues Leben eröffnet.
Ihre außergewöhnliche Geschichte von Mut und Mitgefühl steht im Zentrum einer aufrüttelnden Dokumentation der Journalistin Natalie Amiri und des Filmemachers Steven Priovolos. Der Film führt mitten hinein in die Abgründe der Ausbeutung, zeigt aber zugleich die Kraft eines Menschen, die Welt zu verändern. Nach einem Kurzinput zur aktuellen Situation in Nepal präsentiert das Werk das Leben einer Frau, die ihr gesamtes Sein dem Schutz der Schwächsten gewidmet hat. Diese zutiefst bewegende Dokumentation bietet Einblick in den täglichen Kampf gegen das Unrecht und porträtiert die Hoffnung, die selbst unter schwierigsten Bedingungen besteht.
Nach dem Film besteht die Möglichkeit zu einem Austausch im Foyer, um z.B. zu überlegen, wie die Themen des Films im schulischen Kontext erörtert werden können.
Was passiert mit unseren Freundschaften in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung. Polikrisen, Kriege und politische Spannungen stellen uns auf die Probe und führen in Beziehungen nicht selten in ein Dilemma zwischen Loyalität und Haltung. Auch der Umgang mit unterschiedlichen Lebensrealitäten in Bezug auf Privilegien, Diskriminierung und Rassismus spielen eine Rolle.
Im Rahmen der Reihe „Neue Deutsche Analysen“ möchten wir diesen Fragen nachgehen: Begrenzen wir unsere Freundeskreise zunehmend auf Gleichgesinnte? Sind Freundschaften nicht gerade der soziale Raum, in dem wir lernen können, Trennendes auszuhalten? Und können wir ausgehend von diesem Nukleus für die Gesellschaft lernen und der Polarisierung entgegenwirken?
Mit Emilia Roig – Autorin aus Berlin
Moderation: Sarah Zaher – Journalistin aus Hamburg
Wir laden Dich herzlich ein, mitzudenken, mitzudiskutieren und vielleicht auch eigene Perspektiven zu entdecken.
Ein Kooperationsprojekt der Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg e.V. und der W3_ Werkstatt für internationale Kultur und Politik.
Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg e.V. in Kooperation mit der W3_ Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V.
Kontakt
Friederike Wirtz
Talkrunde mit Expert*innen und Publikumsgespräch
Mo., 14.09.DISKUSSION
Digitale Räume sind längst Teil unseres Alltags und zugleich Orte, an denen Hass, Bedrohungen und gezielte Einschüchterung zunehmen. Besonders FLINTA*-Personen sind von sexistischen Anfeindungen, digitaler Gewalt und Hate Speech betroffen. Die Folgen reichen von persönlicher Belastung bis hin zum Rückzug aus öffentlichen Debatten und gesellschaftlicher Teilhabe.
Doch wie verbreitet sich Hass im Netz? Welche Mechanismen und Dynamiken spielen beim Teilen, Klicken, Kommentieren eine Rolle? Welche Auswirkungen hat digitale Gewalt auf Betroffene, demokratische Diskurse und die Meinungsfreiheit? Welche Verantwortung tragen Plattformen, Politik und Gesellschaft? Und was können wir tun, um digitale Räume sicherer und solidarischer zu gestalten? In einer moderierten Gesprächsrunde diskutieren Expert*innen aus Praxis, Wissenschaft und Zivilgesellschaft über Herausforderungen, Handlungsmöglichkeiten und Perspektiven für ein respektvolles Miteinander im Netz. Anschließend ist das Publikum eingeladen, Fragen zu stellen, Erfahrungen zu teilen und mitzudiskutieren. Eine Veranstaltung für alle, die sich mit digitaler Gewalt, Gleichstellung und demokratischer Teilhabe auseinandersetzen möchten.
Im September werden in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern neue Landtage gewählt. Die AfD steht dabei vor den nächsten großen Wahlerfolgen in Ostdeutschland. In vielen Regionen prägt sie bereits heute das politische Klima und verschiebt gesellschaftliche Debatten nach rechts. Zugleich geraten demokratische Initiativen, zivilgesellschaftliches Engagement und solidarische Strukturen zunehmend unter Druck.
Gemeinsam mit dem Rechtsextremismus-Experten David Begrich diskutieren wir die Situation vor Ort, die verbleibenden Handlungsmöglichkeiten und die Frage, wie demokratische und solidarische Kräfte dem Rechtsruck begegnen können. Welche politischen Strategien erfolgreich sind und wo die Grenzen bisheriger Ansätze liegen.
David Begrich, hat Theologie und Sozialwissenschaften studiert und arbeitet seit 1998 als Referent für politische Bildung für die Arbeitsstelle Rechtsextremismus bei Miteinander e. V. in Magdeburg (Sachsen-Anhalt).
Datum
Montag, 14.09.2026
Uhrzeit
19:00 - 21:00 Uhr
Treffpunkt
Fabrique im Gängeviertel Valentinskamp 34
Zugang über Speckstraße (4.OG)
20355 Hamburg
In der Reihe: Lerne deine Demokratie-Muskeln kennen
Di., 15.09.KURS
In der Demokratie ist Platz für alle Meinungen. Wir dürfen sie offen äußern. Manchmal sind wir uns nicht bewusst, wie unsere eigene Meinung entstanden ist, geschweige denn die Meinungen anderer. Es macht Sinn, offen für andere Ideen zu bleiben. Wir lernen immer voneinander und Empathie hilft, andere Standpunkte und andere Menschen zu verstehen und wertzuschätzen. Vielleicht behalte ich meine Meinung, vielleicht ändere ich sie auch.
Demokratie begegnet uns im Alltag, in der Familie, im Freundeskreis oder am Arbeitsplatz - immer dann, wenn wir etwas miteinander aushandeln oder gemeinsam entscheiden. Wie Muskeln, die durch Training stärker werden, bedarf Demokratiefähigkeit des Trainings.
Das Training ist leicht verständlich, bezieht Körper und Gefühle mit ein und zeigt, dass Demokratie auch Spaß machen kann. Das „Muskeltraining“ vermittelt schon beim ersten Mal, wie viel Demokratie mit dem Alltag zu tun hat. Die insgesamt fünf Kurse sind einzeln buchbar und verfestigen allesamt die Demokratiekompetenz.
In Kooperation mit „Mehr Demokratie e.V. LV Hamburg“.
Am 3. November wählen die USA ein neues Repräsentantenhaus und 35 Senator*innen. Traditionell gewinnt die Opposition die sogenannten Midterms zwischen zwei Präsidentschaftswahlen. Doch Trump und die Republikaner*innen versuchen alles, um an der Macht zu bleiben.
In mehreren Bundesstaaten wurden in den vergangenen Jahren Wahlgesetze verschärft, die den Zugang zur Stimmabgabe gezielt erschweren – etwa durch strenge Ausweispflichten, verkürzte Fristen für Briefwahl oder die Schließung von Wahllokalen in bevölkerungsreichen, mehrheitlich demokratisch wählenden Bezirken. Hinzu kommen Berichte über die gezielte Einschüchterung von Wähler*innen, insbesondere in Gemeinden mit hohem Anteil an People of Color. Auch das sogenannte Gerrymandering – das politisch motivierte Neuziehen von Wahlkreisgrenzen – soll republikanischen Kandidat*innen strukturelle Vorteile sichern. Wir schauen auf Entwicklungen, Umfragen und was sie für die Wahlen und die weitere Zukunft der USA bedeuten.
Referent: Arne Offermanns, Literaturwissenschaftler, Joseph-Carlebach-Preisträger.
Datum
Dienstag, 15.09.2026
Uhrzeit
18:00 - 20:00 Uhr
Treffpunkt
NG Geschäftsstelle
Springeltwiete 1, Zwischengeschoss
Nähe U1 Meßberg
Einblicke in die Arbeit von Binnenschiffer*innen in Hamburg
Di., 15.09.DISKUSSION
Die Binnenschifffahrt ist ein wichtiger Bestandteil des Güterverkehrs in Deutschland. Doch im Hamburger Hafen sind Binnenschiffe im Gegensatz zu den großen Containerschiffen kaum sichtbar. Auch die Arbeits- und Lebensbedingungen der Binnenschiffer*innen sind weitgehend unbekannt.
Im Rahmen der Tage der Demokratie und unseres KDA-Jahresthemas „Unsichtbare Arbeit – Unseen Work“ wollen wir genauer hinschauen: Welche Bedeutung hat die Binnenschifffahrt für Hamburg? Wer sind die Menschen, die auf Binnengewässern Schiffe führen und Güter transportieren? Woher kommen sie und wie sieht ihr (Arbeits-)Alltag aus? Was erwarten sie für die Zukunft der Binnenschifffahrt? Was sehen sie als besondere Herausforderungen?
Zu diesen und weiteren Fragen wollen wir mit Axel Mattern von „Hafen Hamburg Marketing e.V.“, einer*m Binnenschiffer*in und Ehrenamtlichen von „Bordbetreuung Flusi“ ins Gespräch kommen. Als Veranstaltungsort haben wir passenderweise die Flussschifferkirche Hamburg vorgesehen.
Datum
Dienstag, 15.09.2026
Uhrzeit
18:00 - 20:00 Uhr
Treffpunkt
Treffpunkt Flussschifferkirche Hohe Brücke 2
20459 Hamburg
Wie gehen junge Menschen mit schwierigen Situationen um? Jugendliche sind handlungskompetent! Sie entwickeln vielfältige Strategien, um Belastungen zu bewältigen. Diese Online-Veran-staltung nimmt ihre Lebenswelt in den Blick und zeigt, welche Bewältigungsstrategien, Methoden und auch (digitale) Tools sie bereits nutzen. Im Fokus steht ein begleitender Umgang, der stärkt ohne vorschnell einzugreifen.
Eine digitale Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Handlungskompetenzen für die aktuelle Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Hamburg“.
Gefördert durch die Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung.
Wie können Schulen demokratische Werte sichtbar leben und Haltung gegen Ausgrenzung und Diskriminierung zeigen? Die Kampagne „Schule zeigt Haltung“ stellt Materialien und Anregungen für den Unterricht sowie für die Schulgemeinschaft bereit. Bei der Veranstaltung präsentieren Hamburger Vertreter*innen der im Bündnis vertretenen Organisationen die neue Broschüre zur Kampagne und geben Einblicke in ihre Einbaumöglichkeiten im schulischen Alltag. Ergänzend beleuchtet ein kurzer Input zum „Mythos Neutralität“ die Frage, welche Verantwortung Schulen und Lehrkräfte in einer demokratischen Gesellschaft tragen. So wird auch die Rechtslage geklärt und anhand von Fallbeispielen das Selbstverständnis und auch das Selbstbewusstsein von Lehrkräften im Umgang mit politischen Themen im Unterricht gestärkt.
Leitung: Vertreter*innen des Bündnis „Schule zeigt Haltung“ (Bundesschülerkonferenz, Deutsche Vereinigung für politische Bildung, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, TeachersforFuture sowie Greenpeace).
Der Bundeswehr-Fragebogen in Schule und Jugendarbeit
Mi., 16.09.VORTRAG
In dieser Veranstaltung werden die aktuellen Debatten und Fragen um das Wehrdienstmodernisierungsgesetz, Bedarfswehrpflicht und Gewissensentscheidung aufgegriffen. Ein kurzer Impuls durch die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) soll erste Klarheiten über den Prozess schaffen. Danach ist Zeit, um Fragen zu stellen und gemeinsam mit den Beratenden für die Gewissensentscheidung der EAK ins Gespräch zu gehen.
Gefördert von: Nordkirche und Hannoversche Landeskirche.
Überblick zur Vielfalt digitaler Spiele sowie den Hintergründen zu Geschichte und Politik
Mi., 16.09.KURS
Der weltweite Massenmarkt, institutionelle Serious Games und Impulse von unabhängigen Studios sorgen für eine große Vielfalt an Szenarien und Spielformen zu Geschichte und Politik.
Dieser Kurs verschafft u.a. einen Überblick über:
- Kommerzielle Spiele, Akzente durch Institutionen und Serious Games
- Nationalismus, das rechte Bild vom Mittelalter und gefühlte Wahrheiten
- Komplexe Erinnerungskulturen: Das Beispiel The Secret World und gemeinsame Produktion mit Communities
- Antisemitismus, Frauenhass, Radikalisierung durch Propaganda / Überblick zu Hilfsangeboten
Keine Vorkenntnisse erforderlich, genügend Gelegenheit für Nachfragen vorhanden.
„Sprechen & Zuhören“ ist ein Dialogformat, das auf einem einfachen Prinzip basiert: Nacheinander spricht immer eine Person vier Minuten lang – jede*r Teilnehmende bekommt gleich viel Redezeit – nicht mehr, nicht weniger. Alle sprechen der Reihe nach. Die anderen hören einfach zu. Sie unterbrechen nicht. Sie bewerten nicht. Man muss nichts erklären oder beweisen. Man erzählt einfach, was man erlebt oder gefühlt hat.
Was bringt das? Man versteht sich besser. Man hört, wie andere denken und fühlen. Das schafft Vertrauen und Ruhe.
Und danach? Wenn alle gehört werden, fällt die gemeinsame Diskussion leichter – sie wird offener, freundlicher und bringt mehr. Wer darf mitmachen? Wir wollen ein Ort zum Reden für alle Menschen anbieten, egal woher sie kommen oder wie sie leben.
Komm mit uns schnacken!
An dem Tag möchten wir gerne mit dir über Demokratie sprechen:
„Wie geht es dir in Bezug auf die Demokratie und ihre Zukunft in Deutschland?“
Zwei weitere Termine werden bis Ende des Jahres folgen!
Schule spiegelt im Kern unsere diverse Gesellschaft wider und hat den klaren Auftrag, zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu erziehen. Dazu gehört auch, Vielfältigkeit erkennbar zu machen und dadurch die Schulkultur mit unseren diversen Schüler*innen und auch Kollegien sichtbar zu machen und zu stärken. Mit dem Seminar nähern wir uns Demokratiebildung und Diversität in der Schule am Beispiel von geschlechtergerechter Schule und Schulentwicklung an und befassen uns zunächst mit den vorgegebenen Grundlagen (z.B. Rahmenprogramm, Bildungspläne), um anschließend mögliche einzelne Arbeitsfelder und Ideen zur gelingenden und verankerten geschlechtergerechten Schulkultur an unseren Schulen zu entwickeln. Hierbei dienen u.a. Beispiele aus guter Praxis von Hamburger Schulen, die diesbezüglich bereits in der gelingenden Entwicklung sind.
Leitung: Annette Nordhoff, Systemische Beraterin (DGSF), Moderatorin und ehemalige Beratungslehrerin.
Der globale Systemwettbewerb zwischen Demokratie und Autokratie hat sich zu einem tiefgreifenden Kulturkampf entwickelt, in dem die Freiheit des Individuums zentraler Streitpunkt ist. In Deutschland rückt vor diesem Hintergrund vermehrt die AfD in den Fokus der Betrachtung. Während Demokratien auf Pluralismus, Rechtsstaatlichkeit und individuelle Grundrechte setzen, basieren Autokratien auf der Konzentration von Macht, der Unterdrückung von Opposition und der Einschränkung persönlicher Freiheiten.
Diese Auseinandersetzung ist nicht nur geopolitisch, sondern findet im Alltag statt – im Kampf um Pressefreiheit, Meinungsäußerung und die Definition von individueller Freiheit. Die Zukunft liberaler Demokratien hängt davon ab, ob sie trotz Krisen Sicherheit und Wohlstand gewährleisten können, ohne ihre freiheitlichen Werte aufzugeben.
Im Rahmen dieses Onlineseminars wollen wir ausgewählte Bücher zum Thema lesen und gemeinsam über Perspektiven diskutieren.
Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie Sie im Alltag aktiv zu einer gerechteren und inklusiveren Gesellschaft beitragen können? In diesem Kurs sprechen wir darüber, wie wir diskriminierungssensibel durch den Alltag gehen können.
Durch praxisnahe Beispiele und einen offenen Austausch im Kurs erlangen Sie das nötige Wissen und die Fähigkeiten, um als Ally – also als Verbündete:r – im Alltag aktiv zu werden.
Kursinhalte:
- Wir besprechen verschiedene Arten von Diskriminierung
- Wir besprechen, was „Allyship“ bedeutet
- Wir schauen uns an, warum Inklusion manchmal herausfordernd sein kann.
Perspektiven marginalisierter Communities im Gespräch
Do., 17.09.DISKUSSION
Viele Menschen aus migrantischen und anderen marginalisierten Communities erleben einen Widerspruch: Ihre Teilhabe wird eingefordert, während ihre Lebensrealitäten und Sorgen oft unsichtbar bleiben. Steigende Lebenshaltungskosten, Kürzungen im sozialen Bereich, Rassismus oder die Sorge um Angehörige in Kriegsgebieten prägen den Alltag vieler Menschen. Wie kann unter solchen Bedingungen Solidarität und Zusammenhalt entstehen? Und was braucht es, damit politische Beteiligung mehr ist als eine Erwartung an diejenigen, die ohnehin zu wenig gehört werden? Mit einem moderierten Gespräch und kreativem Begleitprogramm schaffen wir Raum für ehrlichen Austausch und konstruktives Auskotzen. Vertreter*innen verschiedener Communities sprechen über Zugehörigkeit, Ausgrenzung und das, was sie bewegt. Politische Entscheidungsträger*innen und Interessierte sind eingeladen zuzuhören. Die Veranstaltung will Wut als Ausgangspunkt für Dialog sichtbar machen und marginalisierte Perspektiven stärker in politische Prozesse einbringen.
Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und der BürgerStiftung Hamburg über den Gemeinschaftsfonds „Demokratie stärken“ gefördert.
Lesung und Gespräch mit Maximilian Oehl von Brand New Bundestag
Do., 17.09.DISKUSSION
Wie gelingt demokratische Erneuerung in einer Zeit, in der viele Menschen das Vertrauen in politische Institutionen verlieren? Diesen Fragen widmet sich Maximilian Oehl in seinem Buch „Brand New Bundestag – So bringen wir frischen Wind in die verstaubten Parlamente“. Der Gründer der überparteilichen Initiative Brand New Bundestag beschreibt in dem Buch, wie neue Köpfe, mehr Vielfalt und innovative politische Prozesse dazu beitragen können, Demokratie wieder handlungsfähiger und repräsentativer zu machen. Die Initiative unterstützt seit 2019 Menschen dabei, politische Verantwortung zu übernehmen und den Weg in Parlamente zu finden.
Im Rahmen einer Lesung stellt Maximilian Oehl zentrale Thesen seines Buches vor und berichtet von den Erfolgen, Herausforderungen und Lernprozessen von Brand New Bundestag. Im anschließenden Gespräch mit weiteren Gästen diskutieren wir darüber, wie politische Institutionen erneuert, demokratische Teilhabe gestärkt und zukunftsfähige Antworten auf die gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit entwickelt werden können.
Die „Tage der Demokratie“ in Hamburg sind ein gemeinsames Projekt freier Träger der politischen Bildung, die von der Hamburger Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung über die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg gefördert werden. Außerdem mit dabei sind die Hamburger Volkshochschule (VHS), die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sowie das Institut für konstruktive Konfliktaustragung und Mediation e.V. Die Träger haben ein je eigenes Profil, sind aber verbunden in ihrem Engagement für Demokratie, Menschenrechte und der Lust an der politischen Diskussion. Sie sind im Verband „Weiterbildung Hamburg“ organisiert, der regelmäßig die Qualität der Bildungsangebote überprüft. Mit den „Hamburger Tagen der Demokratie“ treten wir bewusst gemeinsam in die Hamburger Öffentlichkeit und freuen uns darauf, alte Bekannte wieder zu sehen und neue Kontakte zu knüpfen.
Die 2026 beteiligten freien Träger der politischen Bildung sind:
Herausgegeben im Namen aller Veranstalter*innen von Frank Heidrich, Julie Salviac und Antje Windler.
Verantwortlich für den Inhalt im Sinne des Presserechts: Regionalbüro Nord der Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Julie Salviac Mönckebergstraße 22 20095 Hamburg